Am 2. Juni verlassen wir Bundaberg / Australien, mit an Bord unsere Tochter Kirsten. Nach 825 Meilen, neun Tagen und einem Sturm (inclusive Ausfall der elektrischen Selbststeueranlage) mit Beidrehen, ankern wir in der Duchateau Gruppe vor Bobai Ana. Die Inseln sind unbewohnt und dienen Fischern bei Bedarf als Unterschlupf.

Nachdem wir unsere Wunden geleckt haben und vier Tagen erholsamer Einsamkeit, steuern wir die nächste Insel Panasea an, die genauso unbewohnt und einsam ist.

Als wir dem gerade entfliehen wollen, erscheinen überraschend vier andere Segelboote und lösen so das Problem.

Wir ankern vor Moturina, das neben freundlichen Menschen auch über eine Schule verfügt, deren Lehrer uns später zur Sanitätsstation führt. Als wir nach unserem Rundgang, vorbei an einem „Neubau“, wieder an Bord unseren Wassermacher warten, werden wir am Sonntag zum Gottesdienst eingeladen.

Nach so viel freundlicher Gesellschaft verziehen wir uns auf den geschützten, einsamen Kamatal Riff Ankerplatz, wo wir wieder allein baden, schnorcheln und Muscheln sammeln können.

Es wird Zeit, auf der Hauptinsel Misima im Hafen Bwagoia offiziell einzuklarieren. Hier befinden sich die Verwaltung, das Krankenhaus, die Bank, das Gästehaus, der Markt und die Tankstelle des Archipels.

Der Hafen lebt von einer kanadischen Goldmine, die zweimal am Tag,  je zwei Stunden morgens und abends, die Strom- und Wasserversorgung garantiert.

Bei unseren Streifzügen treffen wir erst auf einen jungen Mann, der aus alten Autoreifen Kunst macht,  später  auf  Monika und Walter von der schweizer SEALIGHT STAR, mit denen wir den Kauf eines Betelkalk Gefäßes und einer zeremoniellen Steinaxt mit Omas Apfelkuchen feiern können.

Auf Bagaman treffen wir Brian und Glee, ein australisches Seglerpaar, die jedes Jahr die Louisaden besuchen, um den Bewohnern mit Sachspenden aber auch Rat und Tat Hilfe zu leisten. Um uns ein Subeki Schild fertigen zu lassen besuchen wir den bekannten Schnitzer Sam.

Am Strand werden wir Zeuge, wie ein Fischer gekonnt anlandet und halten einen Klönschnack, alle sprechen hier Englisch. (Für Regattasegler: Das Carbon High Tec Segel des Auslegerkanus besteht aus Baumarktplanen!)

Auf dem Weg nach Robinson Island fangen wir einen leckeren Fisch, zu dem wir die sympathischen Australier bei uns an Bord einladen.

Wir treffen Christine, eine junge Witwe, die sechs Kinder durchbringen muss, vier eigene und zwei ihrer verstorbenen Schwester.

Auf Wanim bzw. Grassland Island reparieren wir die Solarpanele auf dem Dach des Bürgermeisters, sehen uns im Dorf um und besuchen Schule und Kirche.

Auf unsere Wanderung wird Christian mit seinen weißen Haaren (als alter Häuptling) ehrfürchtig von der Dorfjugend bestaunt und über die „Berge“ geleitet, was ihnen einen kühlen Drink an Bord einbringt.

Unsere nächste Insel Nimoa hat sogar ein Mini Krankenhaus, das von rührenden Ordensschwestern der Missionsstation ohne Arzt betrieben werden muss und nur zu einfachster Hilfe taugt.

Auf der Missionsstation führen unsere Australier Brian und Glee einen gut besuchten Backkursus durch, zu dem auch von anderen Inseln Frauen mit Kanu angereist sind. Hierfür hat er einen Beispiel Backofen aus einem alten Ölfass baut und gibt Hinweise wie man so etwas auch bauen kann.

Baggies, ungefähr 1,3 Meter lange Doppelketten aus geschliffenen roten Muschelrandstücken, sind sehr aufwändig herzustellen. Sie waren früher Inselwährung und haben aber immer noch zeremonielle Bedeutung wie zum Beispiel beim Braut- oder Landkauf auch als Bußzahlung.

Nicht nur vor Anker sind wir immer Anziehungspunkt für Kanus, manchmal auch unterwegs beim Segeln quer zu unserem Kurs. Die Jungs segeln sehr gut, aber von Raum oder Lee vor Luv haben sie noch nie gehört!

Auf Pana Wina organisieren die Einheimischen ein großes Strandfest für uns Yachties, weil wir einem kranken Baby helfen konnten. Unsere Gastgeber braten ein Schwein und wir liefern das Kalte Buffet aus Bordbeständen. Nach dem großen Fressen gibt es Spiele für die Kinder.

Der Pastor kommt selbst mit dem Kanu vorbei, um uns für Sonntag in seine Kirche einzuladen. Wir erleben wir einen musikalischen Gottesdienst, der selbst faule Yachties vom Sitzen auf die Beine reißt(und woran unser Freund Probst Peter G. seiner Visitation seine Freude gehabt hätte).

Unser Aufenthalt auf den Louisaden neigt sich allmählich dem Ende zu. Auf der De Boyne Insel, bekannt für ihren Kanu Bau, trifft sich unsere lose amerikanisch-deutsch-schweizerische Seglergruppe noch einmal, bevor sich alle irgendwo nach Australien zerstreuen.

Als wir Segler auch hier die Schule „inspizieren“, um eine Spende zu machen, werden wir als Dankeschön zum wöchentlichen „native dress“ Tag eingeladen, wo sich die Lehrerin in einer kleinen Rede bei uns bedankt.